Bevölkerung


Namibia ist das am dünnsten besiedelte Land Afrikas mit einer Bevölkerung von nur ca. 2 Millionen Menschen.

 

 

San

Die San, früher abfällig Buschmänner genannt, sind die Ureinwohner des südlichen Afrika und hervorragend an das trockene Klima des Subkontinents angepasst. Ihre Herkunft ist unklar. Sie sind kein negroides Volk, sondern hellhäutig und werden kaum größer als 1,6 Meter. Man schätzt die Zahl der heute in Namibia lebenden San auf 40.000.

Ihre Jagdtechniken sind einzigartig: Sie schießen das Wild mit vergifteten, raffiniert konstruierten Pfeilen und laufen ihm nach, bis es erschöpft ist. So eine Jagd dauert meist mehrere Tage. Die San sind von den weißen ebenso wie von den schwarzen Einwanderern in die Wüsten abgedrängt worden und stellen heute nur noch einen Bruchteil der Bevölkerung. Die Apartheid Verwaltung wies ihnen das Gebiet westlich von Tsumkwe als Homeland zu. Die sesshafte Lebensweise entspricht aber nicht ihrer Natur. 

Ihre Sinne sind äußerst scharf. So können sie ein kleines Flugzeug in über 100km Entfernung hören oder mit bloßem Auge vier Monde des Jupiter erkennen. Alteingesessene Farmer, deren Familien teilweise generationenlang mit San zusammengelebt haben, sagen ihnen sogar telepathische Fähigkeiten nach. Was von ihnen überliefert ist, sind die faszinierenden Höhlen- und Felszeichnungen, die sich überall im Land finden und z.T. ein Alter von 20.000 Jahren aufweisen.

 

 

Himba

Eng mit den Hereros verwandt sind die etwa 5000 Himbas, die in der Abgeschiedenheit des etwa 50.000 Quadratkilomter umfassenden Kaokovelds im Nordwesten ihren traditionellen halbnomadischen Lebensstil bislang bewahren konnten und die zu den letzten Urvölkern der Erde gehören. Die Frauen dieses Urstammes fallen auf durch ihre bildhauerischen Gesichtszüge, ihre aufwendigen und ungewöhnlichen Haarfrisuren und den traditionellen Schmuck. Die Himbafrauen reiben ihren Körper mit einer rötlichen Ocker-Fett-Paste ein - teils als Kosmetik und teils zum Hautschutz. Sie sprechen dieselbe Sprache wie die Hereros und leben ausschliesslich von ihren Rinderherden. Zentrum im Kaokoveld ist Opuwo, wo man aber nur wenige Himbas trifft. Schroffe Gebirge, der stürmische Atlantik und die Unzugänglichkeit der Wüste bewahrten den Himbas über Jahrhunderte große Abgeschiedenheit.
Sie auf eigene Faust besuchen zu wollen, hat wenig Sinn und wirkt sich zerstörerisch auf die Kultur des Nomadenvolkes aus.

 

Ovambo
Von Namibiern gehören rund 900.000 der Ovambo Volksgruppe an, deren Kernland nördlich der Etosha Pfanne liegt, mit der Stadt Oshakati als Zentrum. Die Ovambos gehören zu den Bantu-Völkern und kamen im 16. Jahrhundert aus Ostafrika. Sie sind Ackerbauern und bauen auf den vergleichsweise fruchtbaren Böden im Norden vorwiegend Mais, Sorghum, Hirse, Kürbis, Bohnen und Melonen an. Daneben halten sie Ziegen und Rinder.

 

Kavango
Östlich des ehemaligen Ovambolands am südlichen Ufer des Okavango Flusses siedeln die etwa 150.000 Kavangos. Ein Großteil von ihnen kam aus Angola nach Namibia. Die Kavangos leben ebenfalls vom Ackerbau, in geringerem Masse auch von Viehzucht und Fischfang. Sie sind zudem gute Holzschnitzer. Sie sprechen eine eigene Sprache. Ihr Zentrum ist die Stadt Rundu.


Caprivianer
Ganz im nordöstlichen Zipel Namibias leben die rund 50.000 Caprivianer, mit ihrem Zentrum Katima Mulilo. Sie sprechen eine eigene Sprache und leben von Viehzucht, Ackerbau und Fischfang.

 

Damara

Auch die rund 90.000 Damara sprechen diese Sprache. Ihr Hauptsiedlungsgebiet liegt zwischen Erongo und der Etoscha Pfanne mit der Stadt Khorixas als Zentrum. Ein Großteil lebt jedoch verstreut im Lande. Die Damara leben von der Viehzucht. Sie beherrschten schon früh die Kunst des Eisen- und Kupferschmiedens.

 



 

Herero
Drittgrößte Gruppe sind die rund 150.000 Hereros, die ihre Heimat vorwiegend in Zentralnamibia haben. Die weit ausladenden viktorianischen Röcke und die bunten, an Rinderhörner erinnernden Kopfbedeckungen der Herero Frauen gehen auf den Einfluss der Missionarsfrauen zurück, die sich an der ursprünglich sehr spärlichen Bekleidung der Hereros störten. Die stolzen, groß und kräftig gebauten Hereros sind fanatische Rinderzüchter. Ihr Zentrum ist Okahandja, wo alljährlich ein großes Fest zum Gedenken ihrer Ahnen und zur Erinnerung an die koloniale Auseinandersetzung mit der den Deutschen Schutztruppen stattfindet.

 

Nama
Der gesamte Süden Namibias wird traditionell vom Volk der Namas bewohnt. Sie sind mit den Khoikhoi verwandt und kamen einst aus dem Kap Raum, als sich die weißen Siedler dort immer mehr ausbreiteten. Die rund 80.000 Namas züchten vor allem Schafe und Ziegen. Sie sprechen einen schwer erlernbaren Khoisan Dialekt mit Schnalz- und Klicklauten.

Sie sind wahre Naturtalente der Dichtkunst, Erzählung und Musik und tanzen gerne. Namafrauen sind von Tradition her sehr talentierte Stickerinnen.

 


Baster
Um die Stadt Rehoboth südlich von Windhoek leben die rund 25.000 Rehobother Baster. Es sind die Nachkommen von Khoikhoi Frauen und burischen Immigranten aus der Kapkolonie, die 1870 ihre Heimat verließen und Rehoboth gründeten. Sie betreiben vor allem Rinderzucht und sind gute Handwerker. 

Die Topnaars sind sehr beständige Abkommen der Nama und leben an den Ufern des Kuisebreviers, wo sie in der kargen Landschaft mit ihren Schafen und Ziegen umher ziehen. Gedichte und Lobreden und -gesänge über die nur in der Namib wachsende Narramelone sind ein wichtiger Bestandteil der Topnaarkultur. 

Die Tswanas ist die kleinste ethnische Gruppe und leben in der Gobabisregion. Sie bestehen aus den Tlharo, Thlaping und den Bangologa Stämmen und betreiben hauptsächlich Landwirtschaft.

Namibias Farbige haben ihren Ursprung in der Kapprovinz und leben hauptsächlich in Windhoek, Keetmanshoop, Lüderitz, Kalkfeld und Karrasburg. 

Weisse Bevölkerung
Rund 100.000 Weiße leben in Namibia. Davon sind 20% deutscher Abstammung. 20% sind englischer und 60% afrikaanser Herkunft. Sie wanderten nach dem 1. Weltkrieg aus Südafrika nach Namibia ein.